Zugunglück bei Gifhorn: Bahnstrecke wohl tagelang gesperrt | NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen

Stand: 17.11.2022 14:33 Uhr

Kollision zweier Güterzüge und Flucht aus Leichtentzündlichem Propangas bei Leiferde (Kreis Gifhorn) sorgt weiterhin für erhebliche Störungen im Regional- und Fernverkehr auf der Schiene.

Betroffen ist die Bahnstrecke Berlin-Hannover. Seit Donnerstagmorgen sind wichtige Strecken mit Fernverbindungen gesperrt. Viele ICE- und IC-Verbindungen müssen regeneriert werden oder fallen aus. Wie lange das Verbot andauern wird, ist noch nicht klar. Die Bundespolizei ist pessimistisch: „Nach vorläufiger Einschätzung wird der Zugverkehr in wenigen Tagen nicht rollen“, sagte ein Sprecher am Nachmittag. Die Schienen müssen geborgen, die Oberleitung repariert werden – und ob die Schienen und der darunter liegende Boden in Mitleidenschaft gezogen werden, ist ebenfalls unklar. Zur Dauer der Streckensperrung hat sich die Deutsche Bahn nicht geäußert. Frühe Vorhersagen seien nicht möglich, hieß es. Passagiere müssen vor dem Einsteigen einchecken Informationen zu ihrer Verbindung gab das Unternehmen bekannt.

Umleitungen über Uelzen führen zu Verzögerungen

Neben dem Fernverkehr betrifft der Unfall auch den Regionalverkehr: Alle Fern- und Güterzüge werden nach Angaben eines Sprechers der metronomen Eisenbahngesellschaft bis auf Weiteres über Uelzen umgeleitet. Daher sind die Züge besonders auf der Strecke Hannover – Hamburg langsam. Auf der Erixx-Strecke zwischen Uelzen und Gifhorn wurde auf dem Abschnitt zwischen Uelzen und Wieren ein Busersatzverkehr eingerichtet. Zwischen Hannover, Gifhorn und Wolfsburg verkehren Enno-Züge nur zwischen Hannover und Lehrte. Auch auf der restlichen Strecke werde ein Zugersatzverkehr eingerichtet, teilte das Unternehmen mit.

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Der Lokführer wurde schwer verletzt

Güterzugwaggons sind nach einem Unfall im Kreis Gifforn auf Bahngleisen umgestürzt.  © TeleNewsNetwork

Zwei mit Propangas gefüllte Kesselwagen kollidierten und kippten um.

Zwischen den Orten Lefferde und Daldorf sind am Donnerstag gegen 15.30 Uhr zwei Güterzüge zusammengestoßen. Ein Güterzug hielt an einem Haltesignal, dann fuhr aus noch nicht geklärten Gründen ein weiterer Güterzug, sagte ein Feuerwehrsprecher. Durch die Kollision wurde die Lokomotive schwer beschädigt und von den Gleisen entfernt. Der 45-jährige Fahrer des entgegenkommenden Zuges wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Bundespolizei mit. Ein weiterer Lokführer wurde leicht verletzt.

Gaslecks verzögern Rettungs- und Aufräumarbeiten

Berichten zufolge waren 25 Kesselwagen des herannahenden Güterzugs mit Propangas gefüllt, das mit Luft zu einem hochexplosiven Gemisch werden kann. Durch die Kollision kippten zwei Kesselwagen um und zwei entgleisten. Aus zwei Tankern trat Gas aus. Wie viel ist jetzt nicht klar. Rettungs- und Reinigungsarbeiten verzögerten sich aufgrund des freigesetzten Gases. Das Gas müsse erst vollständig entweichen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Er hatte für die Reinigungsarbeiten mindestens einen Tag Zeit eingeplant. Eine Sprecherin sagte am Donnerstagnachmittag, es gebe derzeit ein “Bild der Zerstörung und Verwüstung” an der Absturzstelle. Auch eine 100 Meter lange Oberleitung wurde bei dem Unfall beschädigt. Der Strom wurde abgestellt und die Unfallstelle im Umkreis von einem Kilometer abgesperrt.

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Eine spezielle Werkfeuerwehr sollte eingesetzt werden

Feuerwehrleute stehen mit Zelten auf dem Parkplatz.  © TeleNewsNetwork

Der Bereich wurde großflächig abgesperrt.

Einsatzkräfte von Bundespolizei, Feuerwehr und DB AG sind vor Ort. Am Nachmittag werden auch Spezialisten der Werkfeuerwehr des Chemieparks Marl (Nordrhein-Westfalen) erwartet. Diese seien Experten für solche Unfälle und hätten die nötige Ausrüstung, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Es besteht keine Gefahr für die Öffentlichkeit

Gaslecks sorgen für ein kompliziertes Anwendungsdesign: Propangas ist nicht nur leicht entzündlich, sondern auch gesundheitsschädlich beim Einatmen. Daher können sich Retter nur mit schwerem Atemschutz der Unfallstelle nähern. Laut Polizei sollten die Rettungskräfte mit äußerster Vorsicht vorgehen und warten, bis alles freigegeben ist, bevor sie mit der sicheren Evakuierung der Absturzstelle beginnen. Für die Bevölkerung bestehe hingegen keine Gefahr, da die Unfallstelle mitten im Wald liege, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Unfallstelle sei „abseits von Gebäuden in der Nähe“ gewesen. Luft verteilt auch Gase. Das passt zur Feuerwehr.

Güterzugwaggons sind nach einem Unfall im Kreis Gifforn auf Bahngleisen umgestürzt.  © TeleNewsNetwork

Audio: Zugunglück bei Gifhorn: Propangas entweicht (1 Minute)

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Folgende Fernzugverbindungen wurden gestrichen:

  • ICE Linie 9 Züge (Berlin – Bonn)
  • Einzelne Züge der ICE/IC-Linie 24 (Hamburg – Hannover – Berlin / Berlin – Frankfurt / Süddeutschland)
  • Einzelne Züge der IC-Linie 26 (Berlin – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Frankfurt/Süddeutschland)
  • Züge der IC-Linie 32 (Berlin – Hannover – Dortmund – Köln – Mannheim – Stuttgart – Ulm)
  • Züge der IC-Linie 56 (Dresden – Leipzig – Magdeburg – Hannover – Bremen – Emden – Norddeich Mol)

in Folgende Fernverkehrslinien sind teilweise gestrichen:

  • Züge der IC-Linie 14 (Ostseebad Binz – Berlin – Hannover – Dortmund – Köln) zwischen Berlin Ostbahnhof und Köln Hbf sind gestrichen.
  • Die Züge der IC-Linie 55 (Köln – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden) zwischen Köln Hbf und Braunschweig Hbf fallen aus.
  • Züge der IC-Linie 77 (Berlin – Hannover – Bad Bentheim – Amsterdam Centraal) fallen zwischen Berlin Ostbahnhof und Hannover Hbf aus.
  • Bei anderen Verbindungen kommt es zu Umleitungen und Verspätungen.

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Fahrgäste stehen auf dem Bahnsteig, wo der Zug ankommt.  Foto: Christoph Söder

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.11.2022 | 14:00 Uhr

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