Über 15.200 Punkte: DAX kommt besser in Schwung


Marktbericht

Ab: 17.01.2023 16:28 Uhr

Der DAX profitiert von der Rückkehr amerikanischer Anleger und gewinnt am Nachmittag wieder an Stärke. Trotz der jüngsten Rally bleibt die Verkaufsbereitschaft der Anleger gering.

Nach einem bisher weitgehend ereignislosen Verlauf klettert der DAX am Nachmittag wieder und über die Marke von 15.200 Punkten. Insbesondere folgt er dem Aufwärtstrend der US-Technologiebörse Nasdaq. Die Handelsspanne liegt zwischen 15.083 und 15.272 Punkten und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Seit Jahresbeginn hat der Leitindex um mehr als 9,0 Prozent zugelegt.

Die Rückkehr der amerikanischen Investoren, die gestern über die Feiertage abwesend waren, ist zu spüren, nachdem die letzten Investoren nach dieser Rally suspendiert wurden. Der deutsche Leitindex schloss gestern um 0,3 Prozent höher bei 15.134,04 Punkten, am Freitag stand ein leichtes Plus von 0,2 Prozent auf dem Anzeiger der Frankfurter Wertpapierbörse.

„Die Aktienmärkte sind gut ins Jahr gestartet, weil sie davon ausgehen, dass die Zinsen nicht so stark wie befürchtet steigen und im Laufe des Jahres sogar fallen werden“, sagte Marktstratege Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Während dies in den Vereinigten Staaten plausibel erscheint, ist dies in Europa möglicherweise nicht der Fall, wo die politischen Entscheidungsträger weit davon entfernt zu sein scheinen, den Straffungszyklus als abgeschlossen zu betrachten.

„Der deutsche Aktienindex pendelt sich über der Marke von 15.000 ein, was nach der 1100-Punkte-Rallye seit Jahresbeginn ein starkes Zeichen ist“, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar aus dem Hause RoboMarkets Brokerage.

Berichtssaison im Fokus

Für neue Impulse könnte die zumindest in den USA bereits begonnene Berichtssaison des Unternehmens sorgen. Anleger werden genau beobachten, ob und wie die restriktive Zinspolitik der Zentralbanken die Unternehmensbilanzen beeinflusst hat. Im Tagesgeschäft blickt der Markt auch nach Davos, wo derzeit das World Economic Forum stattfindet.

Technische Analysten haben kürzlich vor einem überkauften Aktienmarkt gewarnt. Eine Korrektur wäre daher nicht ungewöhnlich, auch wenn sich noch keine stärkeren Verkaufstendenzen abzeichnen. „Die Anzeichen für eine Korrektur mehren sich“, sagt Christian Henke, Marktbeobachter bei IG Markets. “Aber kurzfristige Gewinnmitnahmen wären nicht so schlimm. Im Gegenteil, die Anleger scheinen auf den Beginn der Konsolidierung zu warten.”

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Das ZEW-Barometer steigt rasant

Es ist jedoch fraglich, ob Investoren eine solche Chance zum Markteintritt erhalten werden. Denn die Stimmung an der Börse wird immer besser: Die Börsenprofis sehen der Konjunktur in Deutschland deutlich optimistischer entgegen als in der Vergangenheit und schieben ihre große Angst vor einer Rezession zurück. Das Barometer für die Einschätzung der Konjunktur in den nächsten sechs Monaten stieg im Januar um 40,2 Punkte auf 16,9 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Erstmals seit Februar 2022 liegt der Indikator nun wieder im positiven Bereich.

Update der Wirtschaft vom 17.01.2023

Klaus-Rainer Jackisch, Personal, 17.1.2023 09:46 Uhr

China wächst nicht mehr stark

Aus China werden dagegen relativ schwache Konjunkturdaten gemeldet. Das asiatische Land hat sein Wachstumsziel für das vergangene Jahr verfehlt. Wie das Statistikamt in Peking mitteilte, wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent. Die Regierung hatte sich für 2022 ein Ziel von rund 5,5 Prozent gesetzt. 2021 wuchs Chinas Wirtschaft um 8,4 Prozent.

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland wird 2022 ein Rekordniveau erreichen

Das Interesse am Geschehen an den Finanzmärkten dürfte steigen, weil Deutschland so viele Aktionäre hat wie nie zuvor. Durchschnittlich 12,89 Millionen Menschen in Deutschland hatten im vergangenen Jahr nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) Aktien, Aktienfonds und/oder börsennotierte Indexfonds (ETFs) in ihrem Depot. Damit wurde der bisherige Höchststand von 2001 (12,85 Mio.) leicht übertroffen.

Nasdsq im Aufwind

Die wichtigsten US-Indizes eröffnen nach den Feiertagen gemischt. Der Hauptindex Dow Jones ist etwa 0,3 Prozent schwächer. Die Technologiebörse Nasdaq stieg um etwa 0,6 Prozent und der S&P 500 Index stieg ebenfalls um etwa 0,3 Prozent.

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Dämpfend wirkt sich laut Empire State Index der Regionalzentralbank allerdings die Industriestimmung im Bundesstaat New York, die im Januar auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020 gefallen ist. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Anstieg gerechnet. Dazu kommen wie am Freitag gemischte Bankergebnisse.

Goldman Sachs enttäuscht

Die Investmentbank Goldman Sachs legte einen überraschend schwachen Quartalsbericht vor. Es wird immer deutlicher, dass vor allem das klassische Investmentbanking, zu dem neben der Begleitung von Unternehmen bei Börsengängen auch Akquisitionen und Fusionen gehören, in den letzten drei Monaten nicht gut gelaufen ist. Es ist ein wichtiges Kerngeschäft für Goldman. Genau hier haben sich andere Investmentbanken schwer getan.

Bei Goldman hingegen gab es Verluste im Privatkundengeschäft und höhere Kreditrisikovorsorgen. Trotz eines soliden Handelsgeschäfts fielen die Gewinne um 66 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Aktie, die im Dow Jones steht, verliert zur Eröffnung fast vier Prozent.

Morgan Stanley über Erwartungen

Auch bei der Investmentbank Morgan Stanley ging der Gewinn im letzten Quartal deutlich um 41 Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar zurück; Das Ergebnis lag jedoch über den Erwartungen der Analysten. Insbesondere im Handelsgeschäft konnte Morgan Stanley von den Turbulenzen an den Aktienmärkten profitieren und dadurch den Rückgang der traditionellen Investmentbanking-Dienstleistungen teilweise abmildern. Die Zinsänderung in den USA, ein sich verschlechterndes wirtschaftliches Umfeld und die geopolitischen Unsicherheiten infolge des Ukrainekrieges haben dazu geführt, dass viele Unternehmen vorerst auf Übernahmen und Fusionen verzichten.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 1,31 US-Dollar. Analysten hatten hingegen nur mit 1,19 US-Dollar gerechnet, der Gewinn je Aktie auf bereinigter Basis lag bei 1,31 US-Dollar in den Büchern. Analysten hingegen hatten nur mit 1,19 $ gerechnet. “Wir haben in einem schwierigen Marktumfeld solide Ergebnisse für das vierte Quartal geliefert”, sagte CEO James Gorman.

TUI offen für neuen Großaktionär

TUI ist offen für einen neuen Großaktionär. Auf die Frage, ob der Reisekonzern Interesse an einem Gesellschafter habe, antwortete CEO Sebastian Ebel: „Die Antwort ist relativ klar: Ja.“ Der russische Oligarch Alexej Mordaschow, dem rund 30 Prozent der TUI-Aktien gehörten, darf wegen EU-Sanktionen gegen Russland nicht auf sein Aktienpaket zugreifen. Ebel wollte die Suche nach Investoren nicht weiter bremsen. Wer will, kann es kaufen.

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Die United-Internet-Tochter Ionos soll an die Börse gehen

Der Internet-Dienstleister und Telekommunikationskonzern United Internet plant, seine Hosting-Tochter Ionos im ersten Quartal an die Frankfurter Wertpapierbörse zu bringen. Die Muttergesellschaft will die Mehrheit behalten, wie Ionos mitteilte. Ein Börsengang sei der “nächste logische Schritt”, sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg im Dezember berichtete, hofft United Internet auf eine Bewertung von Ionos von bis zu fünf Milliarden Euro. Ionos erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

Modekonzern Hugo Boss übertrifft Gewinnziele

Die wachsende Nachfrage nach Mode von Hugo Boss bescherte dem schwäbischen Modekonzern trotz Inflation und Rezessionsängsten ein Rekordjahr. 2022 stieg der Umsatz um 27 Prozent auf 3,651 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (EBIT) um 47 Prozent auf 335 Millionen.

Weniger Bestellungen bei Nordex

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat im vergangenen Jahr produktionsseitig weniger Aufträge erhalten. Insgesamt seien Aufträge im Umfang von 6,33 Gigawatt eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Im Vorjahr waren es 7,95 Gigawatt. Damals erhielt das Hamburger Unternehmen jedoch einen Großauftrag aus Australien über ein Gigawatt. Mit Blick auf das vierte Quartal betonte Nordex-Chef José Luis Blanco, dass höhere Turbinenpreise erzielt worden seien.

Microsoft wird ChatGPT in Kürze über den Cloud-Dienst verfügbar machen

Microsoft will zu einer größeren Verbreitung der ChatGPT-Software beitragen, deren Texte wie von Menschenhand geschrieben wirken. ChatGPT wird “bald” für Kunden von Microsofts Cloud-Dienst verfügbar sein, kündigte der Softwarekonzern an. Dadurch können Benutzer die Technologie in ihren eigenen Anwendungen verwenden. Die Software wurde mit großen Mengen an Informationen trainiert, sodass sie von Menschen geschriebenen Text imitieren kann.

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