Rekord-Weltmeister Brasilien | Neymar schießt gegen seine Kritiker! – FUSSBALL

Sporttorschütze Neymar (30) ist in seinem Leben allgegenwärtig. Wenn er auf sein Handy schaut, schaut er direkt darauf. Denn das Hintergrundbild auf seinem Display ist die WM. Sein Können ist unbestritten. Was der brasilianische Superstar aber braucht, ist ein 40 Zentimeter hoher und sechs Kilogramm schwerer goldener Pokal, um sich zu Hause wie Weltmeister Pelé (82), Romário (56) oder Ronaldo (46) zu verewigen.

Neymar ist sich dessen nach zwei erfolglosen Anläufen 2014 und 2018 bewusst. Deshalb konzentrierte er sich auf die WM in Katar – vielleicht seine letzte große Chance – wie nie zuvor bei einem großen Event Kritiker warfen ihm vor, als Fußballer nicht professionell gearbeitet und gelebt zu haben. Deshalb hat es mit dem WM-Titel nicht geklappt. Dagegen wehrt sich der brasilianische Superstar.

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Quelle: ARD/ZDF

Vor dem Auftaktspiel der Seleção an diesem Donnerstag gegen Serbien sagte Neymar zu SPORT BILD: „Ich musste mir in meiner Karriere viel anhören. Vieles macht keinen Sinn. Es ist mir unmöglich, dort zu sein, wo ich bin, und diese Zahlen (121 Länderspiele, 75 Tore; Anm. d. Red.) zu erreichen, ohne mich um meinen Körper zu kümmern, ohne Training, ohne harte Arbeit. Die ungerechtfertigten Beschwerden zu diesem Thema haben mich verletzt. “

Trotzdem ist Neymar 2022 ganz anders als in den Vorjahren. Im vergangenen Sommer verbrachte er seinen Urlaub in Brasilien in seinem Badeort Mangaratiba an der Baía de Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro und arbeitete jeden Tag mit einem Privattrainer an seiner Fitness, statt wie bisher mit Freunden zu feiern. Er hat sich auch vegan ernährt und trinkt keine Softdrinks mehr. Auch Neymar kehrte eine Woche früher als geplant zu seinem Klub Paris St-Germain zurück, um früh mit dem Training zu beginnen. Den Auftritt öffentlichen Glamours hat er weitgehend vermieden.

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Für Bundestrainer Tite (61) ist es eine Freude. Vor dem letzten WM-Test seines Teams gegen Tunesien (5:1) in Paris sagte er zu SPORT BILD: „Zunächst verdient Neymar Lob, weil er auf sein berufliches Gewissen gehört hat. Wir als Seleção freuen uns, weil wir von diesem Prozess profitieren werden. Neymar hat die Mamba-Mentalität von Kobe Bryant, wie er in seinem Buch schreibt. „Basketball-Legende Kobe Bryant (†41) nahm seinen Sport ernst und nutzte jede Minute, um besser zu werden. Er bezeichnete dies in seiner Biografie als „Mamba-Mentalität“. .

Nicht nur mit dieser Idee will Neymar den Weltmeister zum sechsten Stern führen. Er ist sich seines Sieges sicherer denn je und zeigt ihn öffentlich. Auf dem Flug am vergangenen Samstag vom Trainingslager in Turin (Italien) in den Wüstenstaat trug er eine blaue Sporthose. Auf dem ist das Logo des brasilianischen Verbandes CBF zu sehen. Üblicherweise prangen fünf Sterne auf den Trikots oder Sportshorts. Sie stehen für fünf Weltmeister: 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002. Doch auf Neymars Lebenslauf prangte ein sechster Stern, den er offenbar digital ergänzte.

Der Superstar geht als Leader voran und predigt vor allem Teamgeist. Für sie der Schlüssel zum Erfolg. „Jeder muss jedem helfen. Hier ist niemand eitel, wir sind ein Team ohne Arroganz, voller Harmonie. Sie sind alle Freunde. Diejenigen, die spielen. Und die, die draußen saßen. Jeder muss sich wie zu Hause und wohl fühlen”, war Neymars Botschaft an seine Kollegen.

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Mit solchen Sätzen überrascht ihn der Offensiv-Star von PSG, schließlich wird ihm vorgeworfen, eine Diva, ja sogar ein Egoist zu sein. Aber das ist zumindest bei der Seleção derzeit nicht der Fall. Ohne Starallüren geht er durch das Teamhotel „The Westin“ in Doha, begrüßt die Mitarbeiter freundlich. Witze mit den Spielern. Sie spricht laut.

Tite lobte Neymars Führungsqualitäten: „Wenn es eine versteckte Kamera gäbe, würde ihn jeder im Kreis der anderen spielen sehen. Wie er den jungen Spielern Selbstvertrauen aufbaut, sie motiviert, das ist toll.”

Das allein wird jedoch nicht ausreichen. Neymar muss in Katar beweisen, dass er DER Unterschiedsspieler ist. Denn das gelang ihm bisher bei großen Turnieren nicht.

Bei der Heim-WM vor acht Jahren verpasste er das Halbfinale gegen Deutschland, nachdem er sich im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) eine Rückenverletzung zugezogen hatte. Brasilien wurde gezeigt und verlor 1:7 gegen Deutschland. Vier Jahre später fiel Neymar in Russland nur wegen seiner dauerhaften Epilepsie auf. Die Seleção schied im Viertelfinale gegen Belgien als WM-Dritter (1:2) aus.

Als die Seleção 2019 erstmals seit 2007 wieder die Südamerikameisterschaft und damit ihren letzten großen Titel holte, fehlte der Offensivspieler wegen einer Sprunggelenksverletzung. Zwei Jahre später, beim Heimturnier, konnte er Lionel Messi (35) nicht daran hindern, mit Argentinien im Finale gegen Brasilien (1:0) die Copa America zu gewinnen.

Dennoch ruhen die Hoffnungen auf Neymar am Zuckerhut, 20 Jahre nach dem letzten WM-Sieg gegen Deutschland (2:0). Neymar ist in Katar besonders wichtig. Er wird erneut das Trikot mit der „10“ tragen – zum dritten Mal. Nur Pelé (82) würde die legendäre Nummer öfter bei der WM tragen.

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Hochachtung vor Neymar, der sich der Verantwortung nun bewusst ist. Er wurde bisher von seiner guten Saison bei PSG beflügelt, nachdem er in der vergangenen Saison Probleme hatte. Nachdem er 13 Spiele mit einer Bänderverletzung im linken Knöchel verpasst hatte, erzielte er in seiner fünften Saison für Paris nur 13 Tore. Selten traf er in Europa nach seinem Wechsel vom FC Santos zum FC Barcelona im Jahr 2013. Die Leidenszeit ist vorbei, aktuell hat er in 20 Spielen für Paris 15 Pflichtspieltore erzielt.

Was seinem Klub gefällt, weil Neymar viel Geld ausgibt. 2017 zahlte PSG für Brasilien die höchste Ablösesumme von 222 Millionen Euro für Barcelona. Eine Option verlängerte seinen Vertrag zum 1. Juli 2022 von 2026 um ein Jahr bis 2027. Sein Jahresgehalt stieg von 39 auf 43 Millionen Euro. Insgesamt verdient Neymar rund 95 Millionen Euro im Jahr. Denn es ist als Werbeträger nach wie vor sehr beliebt.

Allein sein neuer Ausrüstervertrag mit Puma, den er nach 15-jähriger Partnerschaft mit Nike seit 2020 hat, soll eine jährliche Ablöse von 25 Millionen Euro bringen. Neymar, der nach seinem Wechsel zu Barça zu einer Weltmarke wurde, hat insgesamt 22 Werbeverträge (darunter Red Bull, Budweiser, Netflix und PokerStars).

Aber Ruhm kann er nicht kaufen. Das kommt nur mit großen Titeln. Das weiß jetzt auch Neymar.

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