Nach Güterzugunfall: Abpumpen des Gases hat begonnen | NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen

Stand: 20.11.2022 15:13 Uhr

Drei Tage nach dem Zugunglück bei Leiferde begann die Feuerwehr am Sonntag damit, explosives Propangas aus den Waggons zu entfernen. Der erste Versuch musste gestern abgebrochen werden.

Einsatzkräfte haben am Abend erhöhte Gaskonzentrationen gemessen. Wegen der hohen Konzentration gibt es angeblich keine Luft. Gas aus mindestens einem der umgestürzten Kesselwagen verdampfe nicht wie in den vergangenen Tagen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstag. Dadurch kann ein explosionsfähiges, gefährliches Luft-Gas-Gemisch entstehen. Der Sicherheitsbereich um die Absturzstelle wurde später auf 400 Meter erhöht. Nach Angaben der Bundespolizei waren die beiden havarierten Kesselwagen mit 50 Tonnen Gas gefüllt.

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Das Bild zeigt den Eindruck nach einem Güterzugunglück bei Leifernde (Kreis Gifhorn).  © NDR Foto: Dominique Semrau

Die wichtige Bahnstrecke Hannover-Berlin bleibt gesperrt, da Oberleitungen und Gleisbett stark beschädigt sind. mehr

Ventilatoren sind so konzipiert, dass sie die Gaskonzentration reduzieren

Die Feuerwehr setzt nun auf künstliche Luft, um das Abpumpen zu ermöglichen. Dazu wurden vier explosionsgeschützte Ventilatoren installiert. Wenn keine Luft vorhanden ist, zielen sie darauf ab, die Gaskonzentration an der Unfallstelle zu reduzieren. Alle vor Ort tragen jetzt auch Gaszähler, hieß es. Für den Notfall stehen laut Feuerwehr drei kleine Wasserwerfer bereit.

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Kann das ganze Gas ausgestoßen werden?

Der Sprecher sagte am Sonntag, es werde Tage dauern, das Gas aus den vier Kesselwagen zu entnehmen. Ob dies in vollem Umfang gelingen kann, ist noch nicht klar. Grund dafür ist die Seitenlage der Waggons, wodurch die notwendigen Anschlüsse zum Abpumpen nicht erreicht werden können. Daher war der endgültige Plan, das restliche Material kontrolliert zu verbrennen. Da dies aber auch einige Tage dauern wird, wird nun geprüft, ob der halbleere Waggon mit Hilfe von Säcken und Kränen angehoben werden kann. Bei der Flughafenfeuerwehr Hannover wurde ein passendes Kissen angefragt. Für das Vollpumpen aus einem Waggon mit Spezialpumpen veranschlagten Einsatzkräfte zunächst maximal 20 Stunden.

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Waggons und Lokomotiven müssen per Kran angehoben werden

Ob Abpumpen oder später das kontrollierte Verbrennen des Gases – danach folgt eine massive Aufräumaktion: Vier mit Propangas gefüllte Kesselwagen blockieren weiterhin das Gleisbett. Zwei von ihnen sind auf der Seite. Zusätzlich müssen ein leerer Waggon und eine Lokomotive per Kran angehoben werden. Die Seite der schlammigen Fahrbahn wurde asphaltiert, damit das betreffende Fahrzeug zur Unfallstelle gebracht werden konnte. Die Deutsche Bahn lieferte mit mehreren Lkw insgesamt 500 Tonnen Schotter. Am Freitag wurden die intakten Waggons des ersten Zuges aus der Gefahrenzone gezogen.

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Großer Schaden an Oberleitung und Gleisbett

Bevor wieder Züge auf der Bahnstrecke verkehren, sollen auch die unmittelbaren Folgen des Unfalls beseitigt werden. Die Bahn geht von großen Schäden an Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik sowie Gleisbett aus. Erst nach der Räumung der Unfallstelle könne mit den Reparaturen begonnen werden, sagte ein Bahnsprecher am Freitag. Die lebenswichtige Bahnstrecke Berlin-Hannover bleibt mindestens bis Ende November gesperrt – Bahnreisende müssen also noch lange mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

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Die Bundespolizei ermittelt zur Unfallursache

Der Unfall ereignete sich am Donnerstagmorgen. Ein Güterzug hielt an einem Signal zwischen Lefferde und Daldorf, ein weiterer Güterzug mit 25 mit Propangas gefüllten Kesselwagen zog in den Zug. Der 45-jährige Zugführer wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des zweiten Zuges soll bis auf eine leichte Gehirnerschütterung unverletzt bleiben. Wie es zu dem Zusammenstoß der Güterzüge kam, ist nach Angaben der Bundespolizei noch unklar. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, sagte ein Sprecher am Freitag auf Nachfrage. Schätzungen wollen wir nicht kommentieren.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen 20.11.2022 | 19:30 Uhr

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